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Pioniere des Erdöls

arte


Produktion video:arthouse Film und Fernsehen GbR
Ein Film von Tom Fischer
Kamera Reinhard Bettauer 
Ton Sebastian Beck, Torben Schütt
Schnitt Kay-Stephan Rettig
Sender arte Länge 52 Min.
Erstsendung 11.7.2014

Es ist eine Sensation: Im Bauerndorf Wietze in der Lüneburger Heide stößt eine Bohrmannschaft im Juni 1859 auf Erdöl – drei Monate vor der weltberühmten Bohrung in den USA. Bis heute feiern die Wietzer damit die wohl erste erfolgreiche Erdölbohrung der Welt. Und das Heide-Dorf stürzt bald darauf in einen wahren Öl-Rausch – mit Bauern, die zu Millionären werden und mit Pistolenduellen.

Im Zentrum der Geschichte steht die Wietzer Familie Wallmann. Auf ihrem Grund wird die erste Erdölbohrung niedergebracht. Die einstige Förster-Familie entwickelt sich bald darauf zu einer wahren Erdöl-Dynastie. Doch wie kommt es dazu? Warum wird gerade auf ihrem Grund gebohrt? Und welchen Anteil trägt die Familie Wallmann am weltweiten Öl-Boom? Nach Ansicht von Michael Rost, Ahnenforscher und Wallmann-Nachfahre, wurde der Grundstein von Fernsehserien wie ‚Dallas’ und ‚Denver-Clan’ auf der Wallmannschen Wiese gelegt.

Um 1900 war das ehemals kleine Dorf Wietze kaum wieder zu erkennen. Bohrtürme waren wie Pilze aus dem Boden geschossen, Horden von Glücksrittern in die norddeutsche Provinz gestürmt, und 32 internationale Bohrfirmen hatten in eine Eisenbahnlinie und in einen Hafen investiert. 1910 stammten fast 80 Prozent der deutschen Erdöl-Förderung aus dem Dorf in der Lüneburger Heide. Die Schattenseite: Bald gab es Wohnungsnot und Verhältnisse „wie im wilden Westen“. So berichtet der heute 86jährige Wietzer Bürger Helmut Speiel: „Die haben sich dann auf der Wiese da vorne vor dem Haus aufgestellt und haben in die Fenster reingeschossen!“

Als dann nach 1910 die Förderung Jahr für Jahr immer stärker abfiel, importierte das Dorf in Niedersachsen eine revolutionäre Abbaumethode aus dem Elsass. In der Gemeinde Merkwiller-Pechelbronn hatte man bereits 1735 begonnen, mit Schaufeln nach Erdöl zu graben. Ähnlich wie in einem Kohlebergwerk trieben die Männer primitive Stollen in die Tiefe, um Öl-Sand und frei fließendes Öl an die Erdoberfläche zu befördern. Am Ende maß das unterirdische Labyrinth 450 Kilometer Streckenlänge! Auch das ist eine Pionierleistung, die weltweit Ihresgleichen sucht, wie Daniel Rodier vom Erdölmuseum Merkwiller-Pechelbronn erklärt: „Diese Techniken, die hier eingeführt wurden, haben sich später auf der ganzen Welt durchgesetzt!“

Die Dokumentation „Pioniere des Erdöls“ erzählt mit szenischen Darstellungen, atmosphärischem, zum Teil erstmals veröffentlichtem Archivmaterial und emotionalen wie kenntnisreichen O-Tönen von den dramatischen Anfängen der Ölförderung im norddeutschen Flachland und einer revolutionären Förderidee aus dem Elsass.

Die Pioniere des Erdöls

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