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Fährfrauen zwischen
Ost und West

NDR
Sendereihe:  die nordreportage

Produktion video:arthouse Film und Fernsehen GbR
Ein Film von  Johann Ahrends
Kamera Reinhard Bettauer
Ton Jens Arend, Theo Schmidt
Schnitt Kay-Stephan Rettig
Sender NDR
Länge 30 Min.
Erstsendung 4.11.2019, 18:15 Uhr

Fährfrauen zwischen Ost und West

Petra Wilhelm ist Chefin auf der Elbfähre „Amt Neuhaus“


Auf der Elbfähre „Amt Neuhaus“ ist immer was los – Betreiberin Petra Wilhelm und ihre Auszubildende Gaby Renz sorgen täglich für gute Stimmung an Bord. „Für mich ist das mehr als ein Job“, sagt Petra, „die Fähre ist mein zweites Zuhause.“ Die meisten Fahrgäste kennt sie inzwischen persönlich. Sie werden nicht nur abkassiert, sondern auch gut unterhalten, informiert und manchmal auch getröstet. Dabei gibt es längst keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West. Auf der Fähre sind alle gleich – jeden Werktag von morgens um fünf Uhr bis abends um 23 Uhr. 

Als die Elbfähre zwischen Bleckede und Neu-Bleckede nach dem Mauerfall wieder in Betrieb ging, war Petra Wilhelm gleich zur Stelle. Sie bekam dort 1990 einen Aushilfsjob als Kassiererin und pendelte fortan täglich zwischen Ost und West. Jetzt sind 30 Jahre vergangen und Petra Wilhelm ist immer noch da – jetzt aber als Betreiberin. Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Fähre „Amt Neuhaus“ im Jahr 2005 vom Landkreis gepachtet. „Er ist eher der ruhige Typ“, sagt Petra Wilhelm über ihren Mann. „Aber er kennt an der Fähre jede einzelne Schraube.“

Als junge Menschen erlebten beide den kalten Krieg jeden Tag hautnah. Petra war Tierpflegerin und hat im Sperrgebiet Kühe und Kälber versorgt. Auch ihr Ehemann lebte nahe dem Todesstreifen. „Ich hatte verschiedene Passierscheine und war immer von Soldaten mit geladenen Gewehren umgeben“, erzählt Petra Wilhelm. In Bleckede gab es immer auch wieder Fluchtversuche. Spektakulär war ein Grenzkonflikt im Jahre 1966, als ein DDR-Grenzboot ein bundesdeutsches Schiff abdrängte. Noch heute gibt es Fahrgäste in Bleckede, die von früher erzählen können. Zum Beispiel die Geschichte von den 35 Jungrindern, die im Mai 1975 die DDR verließen, durch die Elbe schwammen und plötzlich im Westen waren. 

Petra Wilhelm hat heute eigentlich nur zwei Sorgen: Dass ihre 80 Jahre alte Fähre bald den Geist aufgeben könnte und dass die Elbe zu wenig Wasser führt. Im vergangenen Jahr mussten sie den Betrieb schon für einige Wochen einstellen. „Da konnten wir zwar endlich renovieren und streichen, aber das Geld fehlte in der Kasse“, sagt Petra Wilhelm. In diesem Jahr haben sie Glück gehabt – und es steht ein besonderes Ereignis an. Auszubildende Gaby heiratet ihren Uwe – gefeiert wird auf der Fähre. Beide sind Fährleute –sie aus dem Westen und er aus dem Osten. 

Die nordreportage begleitet die Fährfrauen auf der Elbe in ihrem Alltag und bei der Hochzeit an Bord. 


Fährfrauen zwischen Ost und West

Ein Film von Johann Ahrends

Reihe: die nordreportage

Kamera: Reinhard Bettauer 

Ton: Theo Schmidt, Jens Arend

Schnitt: Kay-Stephan Rettig

Länge: 30 Minuten

Sendetermin: 04. November 2019, 18:15 Uhr NDR Fernsehen

Wiederholung: 06. November um 11:30 Uhr NDR Fernsehen

Fährfrauen zwischen Ost und West

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